Portrait Carsten Kock
Im Gespräch mit Carsten Kock, Chefkorrespondent bei RSH.
Der 50-jährige gebürtige Husumer lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern auf einem Bauernhof am Stadtrand von Neumünster.
„Ich bin überzeugter Nordfriese“, erzählt mir Carsten Kock, „was nicht heißt, dass ich mich hier in Neumünster nicht wohlfühle. Aber: Es ist die Lebenseinstellung der Menschen, die in Nordfriesland leben.“ „Dat löpt sich allns torecht“- so ein Lebensmotto dort... Motto: Nicht alles so wichtig und ernst nehmen, geduldig sein -und wenn der Deich zu brechen droht, müssen eben Sandsäcke gefüllt werden – „... und das wird dann getan ohne viel zu fragen. So einfach ist das!“.
Zu Studienzeiten in Hamburg hat ihn genau diese Tatsache mal direkt aus einer Vorlesung gehen lassen. „Es gab eine Sturmflut und die brauchten jeden Mann, da bin ich mittendrin rausgegangen und losgefahren“, verrät Kock. - Das Studium zum Diplom-Sozialpädagogen und die Ausbildung zum Diakon hat er trotzdem abgeschlossen.
Der Weg zum Journalismus begann in den späten 70er Jahren in Nordfriesland. Zu jener Zeit machte Carsten Kock viel kirchliche Jugendarbeit - und über die Aktivitäten verfasste er entsprechende Artikel und schickte sie an Zeitungen. - „Irgendwann kam dann ein Anruf von einer Zeitung. Die fanden meine Artikel toll und fragten ob ich nicht Lust hätte noch mehr für die zu schreiben“, erzählt Kock. Damit war der Grundstein gelegt.
Unter der Woche wurde in Hamburg gepaukt und am Wochenende war er dann mit Kamera und Notizblock in Nordfriesland für die Zeitung unterwegs und berichtete über das“... bunte Leben auf dem platten Land...“.
1986 war es dann soweit, Radio Schleswig-Holstein ging auf Sendung. Im Radio hörte er nun täglich seinen ehemaligen Zeitungschef und just der rief nach zwei Monaten an: „Carsten, wir müssen mal ein Tässchen Kaffee miteinander trinken“, sagte Ulf Hagge. Bei dem Tässchen Kaffee wurde dann beschnackt, dass an den Wochenenden jemand im Außenstudio in Flensburg gebraucht wurde, der über Aktuelles berichten könnte.
Irgendwann kam dann der erste Anruf vom Sender „Hier ist RSH, da ist irgendwas am Autozug von Niebüll nach Sylt passiert, da mußt du dich mal drum kümmern“, lautete der Auftrag. Solche Kurzberichte dauerten im Radio nun nur noch dreißig Sekunden, kosteten zu der Zeit in der Vorbereitung aber noch zwei Stunden.
„Es war wahnsinnig schwierig, das viele Wissen in so wenige Worte zu pressen...“, berichtet Carsten Kock von seinen ersten Schritten beim Sender.
Dann ging es Schritt für Schritt weiter. Aus der freien Mitarbeit wurde die Leitung des Studios in Flensburg und von dort ging es dann ins Funkhaus nach Kiel. Dort wurde dann auch der Grundstein für die Familie gelegt, als er ebenfalls bei R.SHseine heutige Frau kennen lernte. – Nachrichtenchef, Chefredakteur und dann für drei Jahre Programmchef und Geschäftsführer von Radio NORA. 1998 ging es dann als Chefkorrespondent zurück zu RSH und dort können wir ihn hören, in Sondersendungen und jeden Freitag um 18.00 Uhr mit den politischen Themen, die die Woche gebracht hat.

