Portrait Birthe Goike

Portrait Birthe Goike

Birthe Goike, 39 Jahre, ledig, Hair- und Make-Up-Artist - Über Veränderungen und Wege


Eigentlich war alles ganz normal im Leben von Birthe Goike. Nach der Schule die Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin, zwei längere Auslandaufenthalte in Spanien und Asien und so hätte es weitergehen können.

„Aber irgendwie habe ich immer gespürt, dass in meinem Leben etwas nicht stimmt“, erzählt sie.

Mit Ende 20 kam die erste große Veränderung. Den Job als Fremdsprachenkorrespondentin hat sie aufgegeben und bei einem „Promi-Friseur“ eine neue Ausbildung gemacht.
„Aber nach dem Glück habe ich weiter im Außen gesucht, ich habe gearbeitet, gefeiert, getrunken, geraucht; wollte damit ganz sicher auch diese kleine innere Stimme in mir betäuben, die sich immer gemeldet hat und mir gesagt hat, dass etwas nicht stimmt“, erinnert sie sich.
Seit Kindertagen leidet sie an einer Hautkrankheit – Neurodermitis. Es wurde immer schlimmer in diesen Jahren. Irgendwann war die Haut an den Händen so offen, dass sie nicht mehr weiter wusste und verzweifelt war.
„Deutlicher, dass es so nicht weitergehen konnte ging es nicht mehr. Ich konnte weder arbeiten noch sonst irgendwas machen. Damit war ich dazu verdonnert zur Ruhe zu kommen und mir über mein Leben Gedanken zu machen“, erzählt Birthe Goike aus der Zeit die für sie die Wende eingeleitet hat. Eine Heilpraktikerin aus Bayern hat ihr dabei geholfen und Schritt für Schritt hat sie sich auf den Weg gemacht und ihr Leben verändert.
Ziemlich als erstes hat sie die Finger von Alkohol und Zigaretten gelassen und an diesem Punkt ging das ohne Kampf, es war einfach eine Befreiung.

„Je mehr ich reduziert habe, desto mehr kam ich zu mir selbst und es kamen tolle Dinge zum Vorschein, die ich vorher gar nicht kannte“, schmunzelt sie. Mit jedem Schritt den sie machte wurde auch die Haut besser und die Veränderungen schafften Platz für Neues.
„Ich habe angefangen zu reiten und die durch das tolle Erlebnis mit den Pferden habe ich meine Ernährung umgestellt und bin zur Vegetarierin geworden. Als nächstes flog der Fernseher raus und ich habe angefangen mich mit immer neuen Dingen zu beschäftigen“, verrät Birthe Goike.
Es ist auch hart und schwer gewesen sich von so vielem zu verabschieden was viele Jahre da gewesen ist, zum alltäglichen Leben gehörte und einfach Gewohnheit war. Auch Menschen gehörten dazu, Freundschaften gingen zu ende, passten einfach nicht mehr. Aber es kamen neue, Freunde und Kollegen, die verstehen, vielleicht einen ähnlichen Weg gegangen sind, mit denen es einfach Spaß macht und bereichernd ist.
„Heute kommen Menschen in mein Leben, die zu mir passen. Meine Hauterkrankung ist stark zurückgegangen und ich lebe heute mein Leben und meine Kreativität. Die Jahre sind hart gewesen, aber ich bin froh, dass ich den Weg gehen durfte, er hat mich zu mir und zu meinem Glauben an Gott gebracht“, zieht Birthe Goike Bilanz über die Jahre die ihr Leben verändert haben.